Veranstaltungen
Do. | 15.10.2026 | 18 Uhr
Wie der Sanddorn nach Mitteldeutschland kam – Rekultivierung in der DDR
Braunkohle war die wichtigste Energieressource der DDR. Gleichzeitig führten Abbau und Nutzung zu abgebaggerten Dörfern, enormen Umweltproblemen und kargen Landstrichen. Dabei versuchte die DDR lange, sich diesen Schwierigkeiten zu stellen und entwickelte umfangreiche Pläne für die Landschaften nach der Kohle. Auch Ideen für ein Seengebiet im Südraum Leipzigs gab es schon vor den 1990er Jahren. Warum wurden diese Pläne nicht umgesetzt?
Der Historiker Martin Baumert hat die Geschichte der Rekultivierungsforschung in der DDR mit ihren Musterprojekten von der Halde Trages über den Knappensee bis zum Kulkwitzer See erforscht. Er stellt sein Buch „Das Beste nach oben!“ vor.
Ort: Dokumentationszentrum zur Regional- und Wirtschaftsgeschichte Sachsen, Lobstädter Straße 36A, 04552 Borna
Bitte beachten Sie die >>>Wegbeschreibung.
kostenfrei, um Spenden wird gebeten
Mi. | 04.11.2026 | 18 Uhr
Südraum Blues – wir waren Bergmann, wer war mehr?
Bildvortrag von Christian Bedeschinski
Was hat der Blues im Leipziger Südraum verloren? Rund einhundert Jahre nach dem Aufkommen dieser Musikrichtung in den Südstaaten der USA, die auch eine Befindlichkeit beschreibt, überkam den von der Braunkohlenindustrie geprägten Südraum in den 1990er Jahren ein durchaus ähnliches Gefühl. Den Takt dazu gaben die Eimerketten der Bagger und das noch beständige Wummern der Brikettpressen vor.
Als sich für den West-Berliner Fotografen Christian Bedeschinski Ende 1989 erstmalig die Chance bot, die DDR-Braukohlenindustrie Mitteldeutschlands zu besuchen, führte ihn sein Weg zunächst nach Bitterfeld. Instinktiv getrieben von seinem untrüglichen „Fotobauch“, wurde der Südraum Leipzig ab 1990 ein Schwerpunkt fotografischer Betrachtungen. Es entstanden bis 1999 neben tausenden Color-Mittelformatdias auch unzählige Schwarzweiß-Aufnahmen.
Schwarzweiß, ein Medium, welches ohne blauen Himmel, wohl am besten geeignet ist, objektiv und authentisch den Strukturwandel in Szene zu setzen. Als das „Glück auf“ der Bergleute, Kraftwerker und Brikettierer nicht selten einer Sprachlosigkeit gewichen war, veröffentlichte Bedeschinski 1995 seinen ersten Fotoband „Ein-Blicke – Industriekultur im Osten Deutschlands“. Dass die Zeit dafür noch nicht reif war, konnten freilich am ehesten die darin Handelnden erkennen, die vielfach zeitgleich ihre zuvor mit viel Mühe am Laufen gehaltene Bergbau-Vergangenheit abwickelten und abbrachen.
Es gab gottlob auch Zuversicht und erhaltenswerte industrielle Kerne. Diese Aufbruchstimmung wäre jedoch Gegenstand eines ganz anderen Foto-Vortrags unter blauem Himmel. Reisen Sie mit in ein fotografisches Gefühl, erleben Sie den „Blues“ im Südraum der Neunzigerjahre.
Eine Stadt mit geSCHICHTEN geht auf Vortragsreise - 775 Jahre Borna
Ort: Dokumentationszentrum zur Regional- und Wirtschaftsgeschichte Sachsens, Lobstädter Straße 36A, 04552 Borna
Bitte beachten Sie die >>>Wegbeschreibung.
Kosten: 5 €, ermäßigt 3 €
Mo. | 23.11.2026 | 17 Uhr
Mitgliederversammlung
Ort: Dokumentationszentrum zur Regional- und Wirtschaftsgeschichte Sachsens, Lobstädter Straße 36A, 04552 Borna
Di. | 24.11.2026 | 18 Uhr
Film und Gespräch: Stolz und Eigensinn
Deutschland unmittelbar nach der Wende. Die zweite große Entlassungswelle hat den Osten erreicht. Frauen aus den ehemaligen Industrie Großbetrieben der DDR erzählen mit heute überraschender Selbstverständlichkeit über sich und die persönlich erlangte Unabhängigkeit durch ihre Arbeit. Selbstbewusst und emanzipiert teilen sie ihr Erstaunen darüber, dass plötzlich nur noch Männer ihre Arbeiten machen sollen. Sie erzählen auch von den einstigen Utopien, die es heute nicht mehr gibt. Zudem sehen wir Aufnahmen aus ihrem Arbeitsalltag in längst verschwundenen Industriegebäuden und Braunkohle Zechen. Auf alten U-matic-Bändern aus den Beständen des ehemaligen Leipziger Piratensenders KANAL X sind die Interviews erhalten.
Über 30 Jahre später hat Gerd Kroske („SPK Komplex“, „Striche ziehen“) diesen filmischen Schatz aus dem Archiv geborgen und die Arbeiter:innen von damals wiedergefunden. Einer Versuchsanordnung gleich, wird das alte Material im Split Screen von den Frauen neu kommentiert und hinterfragt. „Stolz und Eigensinn“ ist eine mediale Einkreisung, die eine Lücke schließt und Frauen porträtiert, die sich ihren Stolz und Eigensinn bis heute bewahrt haben. Was wurde einst gewonnen? Was ist verloren? Was ist geschehen?
Der Regisseur Gerd Kroske ist zum Filmgespräch zu Gast. Moderation: Barbara Wallbraun
>>> Link zum Trailer
Ort: Dokumentationszentrum zur Regional- und Wirtschaftsgeschichte Sachsens, Lobstädter Straße 36A, 04552 Borna
Bitte beachten Sie die >>>Wegbeschreibung.
Eintritt: kostenfrei
Die Veranstaltung wird möglich gemacht durch eine Kooperation mit film.land.sachsen - Filmkultur für den ländlichen Raum.
Do. | 03.12.2026 | 10–13 Uhr
Barbarafeier des Bergmanns-Stammtisches Borna
Ort: Gaststätte des Hotels „Drei Rosen", Bahnhofstraße 67, 04552 Borna
Anmeldung: Bitte melden Sie sich per E-Mail unter oberbuergermeister [at] borna.de an.

