Veranstaltungen
Mi. | 16.09.2026 | 18 Uhr
Wyhra: Eine Ortsgeschichte in Geschichten
Dr. Hans-Jürgen Ketzer
2004 wurde Wyhra gemeinsam mit den anderen Teilen der Gemeinde Wyhratal der Stadt Borna angeschlossen. Viele kennen den 1286 erstmals urkundlich erwähnten Ort für seinen Geschichtenhofs. Doch er hat viel mehr zu bieten. Hier entstand nicht nur der erste industriell betriebene Tagebau des Bornaer Reviers. Der Ahnherr einer der bedeutendsten deutschen Verlegerfamilien des 19. Jahrhunderts entstammte der Wyhraer Mühle. Im Bornaer Land spielte der Ort lange Zeit eine Sonderrolle: Spät kam er zum Kurfürstentum Sachsen. Erst spät wurde im Dorf die Reformation eingeführt. Die Stadt Borna musste hart darum kämpfen, gegenüber den Wyhraern ihr Bierprivileg durchzusetzen. Nicht zuletzt waren die hiesigen Bauern für ihr außergewöhnliches Selbstbewusstsein bekannt.
Dr. Hans-Jürgen Ketzer, der rund 15 Jahre lang das Volkskundemuseum Wyhra leitete, weiß eine Menge Unterhaltsames aus der Dorfgeschichte zu erzählen: So etwa von einem Pfarrer, der ein leidenschaftlicher Kaffeeliebhaber war, von einem Bauern, von dem es hieß, er ginge nach seinem Tod als Geist in seinem Haus umher, und von einem ehrlichen Müller, der sich zu seinem unehelichen Sohn bekannte.
Einlass ist ab 16 Uhr und der Geschichtenhof kann besichtigt werden.
Ab 17 Uhr und nach dem Vortrag gibt es Getränke und einen kleinen Imbiss, der vom Förderverein des Museumshofes Wyhra e.V. gereicht wird.
Eine Stadt mit geSCHICHTEN geht auf Vortragsreise - 775 Jahre Borna
Geschichtenhof Wyhra, Benndorfer Weg 3, 04552 Borna OT Wyhra
Kosten: 5 €, ermäßigt 3 €
Mi. | 07.10.2026 | 18 Uhr
Borna 1813 – im Schatten der Völkerschlacht
Eine Stadt mit geSCHICHTEN geht auf Vortragsreise - 775 Jahre Borna
Kosten: 5 €, ermäßigt 3 €
Ort: Kunigundenkirche, Kunigundengasse, 04552 Borna
Sa. | 10.10.2026 | 13 – ca. 17 Uhr
Vom Tagebau zum Freizeitparadies
Braunkohlengruben, abgebaggerte Orte, Umweltbewegung, neue Landschaft und Tourismus – bei der Wanderung zwischen Störmthaler und Markleeberger See wird, begleitet von Zeitzeugen, die Entstehung des Leipziger Neuseenlands nachempfunden. Höhepunkt wird die Besteigung der Zentraldeponie Cröbern sein. Von dort hat man einen guten Rundumblick auf die Entwicklung der letzten 30 Jahre.
Veranstaltung in Kooperation mit dem Bergbau-Technik-Park e.V. und dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig im Rahmen der Sonderausstellung "Sonne. Satt. Sommer in Leipzig" (ab 29.04.2026)
Treff- und Endpunkt: Parkplatz Auenhain, Oberer Uferweg, 04416 Markkleeberg
Wegstrecke insgesamt: ca. 7 km
Bitte achten Sie auf festes Schuhwerk, wettergeeignete Kleidung und ausreichend Wasser. Im Bergbau-Technik-Park können Toiletten genutzt werden.
Kosten: 5 € (Nur Barzahlung möglich.)
Anmeldung: bis zum 7.10.2026 an Ida.Mahlburg@dokmitt.de, begrenzte Teilnehmeranzahl
Do. | 15.10.2026 | 18 Uhr
Wie der Sanddorn nach Mitteldeutschland kam – Rekultivierung in der DDR
Braunkohle war die wichtigste Energieressource der DDR. Gleichzeitig führten Abbau und Nutzung zu abgebaggerten Dörfern, enormen Umweltproblemen und kargen Landstrichen. Dabei versuchte die DDR lange, sich diesen Schwierigkeiten zu stellen und entwickelte umfangreiche Pläne für die Landschaften nach der Kohle. Auch Ideen für ein Seengebiet im Südraum Leipzigs gab es schon vor den 1990er Jahren. Warum wurden diese Pläne nicht umgesetzt?
Der Historiker Martin Baumert hat die Geschichte der Rekultivierungsforschung in der DDR mit ihren Musterprojekten von der Halde Trages über den Knappensee bis zum Kulkwitzer See erforscht. Er stellt sein Buch „Das Beste nach oben!“ vor.
Ort: Dokumentationszentrum zur Regional- und Wirtschaftsgeschichte Sachsen, Lobstädter Straße 36a, 04552 Borna
kostenfrei, um Spenden wird gebeten
Mi. | 04.11.2026 | 18 Uhr
Südraum Blues – wir waren Bergmann, wer war mehr?
Bildvortrag von Christian Bedeschinski
Was hat der Blues im Leipziger Südraum verloren? Rund einhundert Jahre nach dem Aufkommen dieser Musikrichtung in den Südstaaten der USA, die auch eine Befindlichkeit beschreibt, überkam den von der Braunkohlenindustrie geprägten Südraum in den 1990er Jahren ein durchaus ähnliches Gefühl. Den Takt dazu gaben die Eimerketten der Bagger und das noch beständige Wummern der Brikettpressen vor.
Als sich für den West-Berliner Fotografen Christian Bedeschinski Ende 1989 erstmalig die Chance bot, die DDR-Braukohlenindustrie Mitteldeutschlands zu besuchen, führte ihn sein Weg zunächst nach Bitterfeld. Instinktiv getrieben von seinem untrüglichen „Fotobauch“, wurde der Südraum Leipzig ab 1990 ein Schwerpunkt fotografischer Betrachtungen. Es entstanden bis 1999 neben tausenden Color-Mittelformatdias auch unzählige Schwarzweiß-Aufnahmen.
Schwarzweiß, ein Medium, welches ohne blauen Himmel, wohl am besten geeignet ist, objektiv und authentisch den Strukturwandel in Szene zu setzen. Als das „Glück auf“ der Bergleute, Kraftwerker und Brikettierer nicht selten einer Sprachlosigkeit gewichen war, veröffentlichte Bedeschinski 1995 seinen ersten Fotoband „Ein-Blicke – Industriekultur im Osten Deutschlands“. Dass die Zeit dafür noch nicht reif war, konnten freilich am ehesten die darin Handelnden erkennen, die vielfach zeitgleich ihre zuvor mit viel Mühe am Laufen gehaltene Bergbau-Vergangenheit abwickelten und abbrachen.
Es gab gottlob auch Zuversicht und erhaltenswerte industrielle Kerne. Diese Aufbruchstimmung wäre jedoch Gegenstand eines ganz anderen Foto-Vortrags unter blauem Himmel. Reisen Sie mit in ein fotografisches Gefühl, erleben Sie den „Blues“ im Südraum der Neunzigerjahre.
Eine Stadt mit geSCHICHTEN geht auf Vortragsreise - 775 Jahre Borna
Dokumentationszentrum zur Regional- und Wirtschaftsgeschichte Sachsens, Jahnstraße, 04552 Borna
Kosten: 5 €, ermäßigt 3 €
Do. | 03.12.2026 | 10–13 Uhr
Barbarafeier des Bergmanns-Stammtisches Borna
Ort: Gaststätte des Hotels „Drei Rosen", Bahnhofstraße 67, 04552 Borna
Anmeldung: Bitte melden Sie sich per E-Mail unter oberbuergermeister [at] borna.de an.
